Anja Stahr

Was ich heute (bzw. in den letzten Monaten) in Rom gelernt habe Teil 25

Freitag, 12. Februar 2010 von Anja

Nun endlich! Nach fast drei Monaten melde ich faules Stück mich zurück. Jetzt folgen heute und morgen erst einmal die Fragmente, die ich noch im Kopf hatte und dann geht es wieder regelmäßig und tagesaktuell weiter.

Sonntag, 22.11.2009

  • Wenn dein Gastvater an einem Sonntagmorgen extra um halb sieben aufsteht, um zu kontrollieren, dass du auch wirklich keine Tasche oder Kamera mit nach Neapel nimmst, bekommst du wirklich Angst vor der Stadt

  • Der erste Eindruck beim Ankommen bessert gar nichts

  • Das Zentrum und die Pizza schon

  • Wenn sich ein Mann in Anzug und Sonnenbrille zu deiner Gruppe stellt, zuhört, eine Augenbraue hochzieht und dein Fremdenführer urplötzlich von seinem superlativlastigen Geschichtsvortrag umschwenkt und anfängt über die Kommunisten zu schimpfen, die die Regierung infiltriert und die Kirche entmachtet haben – dann kannst du davon ausgehen, deine erste Mafiaerfahrung gemacht zu haben

  • Ja, auch ich hatte gedacht, es wäre weniger offensichtlich

  • Und plötzlich stehst du in diesem wunderschönen Park, auf einer Klippe direkt über dem türkisen Mittelmeer und verfluchst deinen Gastvater, der dir die Kamera doch noch abgenommen hat

Sonntag, 29.11.2009

  • Verdammt, ich bin konservativer als ich dachte. Zumindest, wenn es um Weihnachten und Advent geht: Ich will einen Adventskranz, Tee, Spekulatius, Stollen, auch wenn ich den gar nicht mag, und wenigstens eine Stunde bei Kerzenlicht zusammensitzen und reden

  • Und plötzlich ist deine Gastfamilie im Kino und danach bei McDonalds und hat dir zumABendbrot die restliche Pasta von gestern in den Ofen gestellt und du großes, starkes Mädchen sitzt heulend auf deinem Bett weil Weihnachten nie weiter weg war

  • Manchmal helfen nur Mendelssohn und IKEA-Duftkerzen

Montag, 07.12.2009

  • Brückentage heißen hier „eine Brücke machen“

  • eine Brücke machen“ heißt für das Au Pair „den ganzen Tag Kinder bespaßen“

  • Wenn sich die Kinder nicht bespaßen lassen wollen, sondern sich lieber den ganzen Tag prügeln, heißt „eine Brücke machen“ eher „Nervenzusammenbruch binnen 2 Stunden“

  • So klingt Erlösung: „Ding Dong“ „Wer ist da?“ „Anja, ich bin es, Giovanni. Ich nehm Simone jetzt nach der Mittagspause bis heute Abend mit in meinen Laden. Schickst du ihn bitte runter?“

Dienstag, 08.12.2009

  • Am offiziellen „Weihnachtsbaumaufstelltag“ wird es weihnachtlich in Italien

  • Das denkst du bis zu dem Satz „Anja, hol doch bitte die Baumteile aus dem Sack da und steck sie zusammen.“

  • Großstadtdialog des Tages: „Der Baum ist aus PLASTIK???“ „Ja klar. Wir hatten mal so ein echtes Teil, aber da hat es hier gerochen wie im Wald und ich hatte ständig die Nadeln auf dem Boden.“

  • Natürlich kann man von einem Sechsjährigen den erfahrungbedingten Blick erwarten, den man braucht, um die Kugeln in regelmäßigen Abständen an sicheren und gut sichtbaren Stellen aufzuhängen

  • Es gibt nichts deprimierenderes, als beim Anbringen der Weihnachtsdeko ständig im Militärston zu hören, welche Strafe auf das Anfassen bzw. kaputt machen von welchen Dekostücken steht

  • Selbst solche Tage kann man noch ganz knapp retten: „Anja, wir haben jetzt keine Lust mehr zu kochen und gehen in die neue Pizzeria gegenüber.“ – „Ja klar, ich weiß Bescheid, ich mach mr dann irgendwelche Pasta, Sugo ist ja noch im Kühlschrank…“ – „Naja eigentlich wollten wir dich fragen, ob du mitkommst.“

  • Wenn um dich herum auf fünf (!) Großbildfernsehern Juventus : Bayern München läuft, bist du sehr schnell im ganzen Lokal als einzige Deutsche bekannt

  • Wenn du sonst als Schande für dein Land gesehen werden würdest, bist du halt notgedrungen auch mal einen Abend Bayern Fan

  • Falls es einen Gott gibt, dann hat er die Kinder beim 1:1 müde werden und mich beim 1:4 sicher in meinem Zimmer und nicht inmitten einer Horde enttäuschter taliener sein lassen.

Samstag, 12.12.2009

  • Lass uns heute Abend tanzen gehen.“ heißt „Letztendlich werden wir doch wieder in Trastevere durch die Bars ziehen und diskutieren, wo man hingehen könnte.“

  • Trasteveres Kopfsteinpflaster + hohe Schuhe = „Aua, ich hab schon wieder meinen Schuh verloren!“

  • Mit steigendem Alkoholpegel steigt auch mein Drang über Wirtschaftskrise und Religion zu diskutieren

  • Mit diesem Satz sollte ich sofort eine ehrliche Kontaktanzeige in die Neon stellen…

Donnerstag 24.12.2009

  • Hast du fertig gefrühstückt? Geh lieber schnell ins Bad, in zehn Minuten holt Daniele dich und die Jungs ab und fährt euch zu Giovannis Schwester, damit ihr die Geschenke rüberbringen könnt.“

  • Dass dich der heißeste Mtarbeiter deines Gastvaters sogar schon im Handtuch überrascht hat und somit einiges Unheil gewohnt ist, beruhigt dich beim gleichzeitigen Blick in den Spiegel und auf die Uhr leider gar nicht

  • Und plötzlich stehst du im Himmel: einer Wohnung, die direkt Walter Gropius Träumen entsprungen zu sein scheint. Weiß, dunkles Holz, Metall, Glas

  • Wenn du dich dabei erwischst, dir Sorgen um die Wagenfeld-Lampe, statt um die sich daneben prügelnden Kinder zu machen, solltest du deine Prioritäten oder deine Berufswahl überdenken

  • Aussagen wie: „Mach dir mal keine Sorgen, Heiligabend gibt es hier traditionell ja nur Fisch und Meeresfrüchte, das wird also ein leichtes Abendessen“ solltest du nicht trauen

  • Wenn du schon nach der Pasta vom Tisch weggerollt werden müsstest, fällt es sehr schwer, sich noch auf die nächsten drei Gänge zu freuen

  • Geschenke auspacken auf italienisch ist wie eine Mischung aus Harry Potter und Twilight: Für jedes Kind gibt es so viele Geschenke wie für Dudley die dann so schnell aufgerissen werden, dass man die Bewegung kaum wahrnehmen kann

  • Allein meine Anwesenheit ist Grund genug für ein Geschenk von jedem (!) anderen Anwesenden

  • Angesichts von Schneemanntassen und Regenbogen-Doppelbilderrahmen hätte man diese italienische Tradition dann doch etwas lockern können und sich auf die Rutschsocken, den Bademantel und die Schokolade beschränken sollen

  • Mir hätte schon bei der Ankündigung der folgenden Glücksspiele böhses schwahnen sollen

  • Weihnachten ist kein guter Tag um auch noch deine letzten zehn Euro zu verspielen, während Matteo mal eben 50 gewinnt

  • Trotz meiner großen Liebe zu italienischen Dolci: Es geht nichts über Papas Plätzchen

Was ich heute in Rom gelernt habe Teil 24

Donnerstag, 19. November 2009 von Anja

Mittwoch, 18.11.2009

  • Es ist immer wieder scheiße, wenn dein Bus abfährt, wenn du gerade japsend an der Haltestelle ankommst

  • Wenn der nächste dann aber erst nach 20 Minuten kommt und sich zentimeterweise durch den Stau schiebt, willst du deinen Kopf am liebsten gegen die Tür hämmern

  • Man schafft es von der Piazza del Popolo zur Sprachschule notfalls auch in drei statt zehn Minuten

  • Rennen ist hier außerhalb von Parks und Fußballplätzen eine weitgehend unakzeptierte Fortbewegungsmethode

  • Wenn die Stadt nach der allgemeinen Mittagspause um vier wieder aufwacht, hat die Post schon zu

Donnerstag, 19.11.2009

  • Hilfst du mir den Fisch zu waschen und einzufrieren?“ ist ab sofort eine Warnung

  • Diesmal waren es Hochkantrochen, von deren wirklichem Namen ich natürlich keine Ahnung habe

  • Die Abendnachrichten sind selbstverständlich das richtige Portal um das neue Mediaset-Pay-TV zu bewerben

  • Bevor du angesichts des Mediaset-Vizepräsidenten denkst „Wow, der ist höchstens 32 und schon so einen Job, der muss es echt drauf haben!“ warte ab, bis sein Name eingeblendet wird

  • Er heißt Piersilvio Berlusconi

  • Jede langweilige 20:30-Uhr-Gameshow wird hier einfach mit einem dünnen Mädchen in durchsichtiger Unterwäsche „aufgewertet“

Was ich heute in Rom gelernt habe Teil 23

Dienstag, 17. November 2009 von Anja

Samstag, 14.11.2009

  • Gio ist den ganzen Tag bei einem Rugby-Spiel in Mailand und ich komme erst gegen halb zehn von der Arbeit. Du bist also beim Frühstück mit den Jungs allein, aber danach hast du den Tag frei.“ heißt eigentlich „Tut mir Leid, ist ein bisschen später geworden bei der Arbeit, hilfst du mir kochen?Spiel mit Matteo! Erklär Simone die schriftliche Division!Oh…schon um fünf?“

  • Wir essen nur noch schnell Abendbrot und dann komm ich zur Kneipentour in Trastevere nach. Ich bin quasi gleich bei euch.“ heißt eigentlich „Ich muss noch kochen, essen, abwaschen, mich umziehen, mcih schminken, den Jungs Gute Nacht sagen, stundenlang auf drei verschiedene Busse warten, mich verlaufen, tausend Leute nach dem Weg fragen und euch dann noch im Gedränge finden. Wir sehen uns dann in vier Stunden.“

  • Kneipentour“ heißt eigentlich „Wir schieben uns mit allen Römern zwischen 17 und 30 Jahren und ungefähr genauso vielen Touristen durch die engen Gassen, gehen in keine Bar, weil die eh schon alle überfüllt sind, essen deshalb erstmal ein Eis, landen nach endlosen Diskussionen schließlich in einem „American Steakhouse“, trinken für 7 € Mojitos ohne Rum oder Pina Colada ohne Sahne, kämpfen uns aus den Gassen wieder raus, fahren ins Zentrum, um da eine Bar zu suchen, finden nur einen Hot Dog Stand, essen alle erstmal einen Hot Dog, danach ist uns allen so schlecht, dass wir beschließen, nach Hause zu fahren.“

  • In einen Audi A5 Kombi passen notfalls auch 7 Leute

  • Wenn dir deine cremefarbene Lederausstattung am Herzen liegt, müssen davon aber zwei in den Kofferraum

  • Erst Recht, wenn der A5 drei Wochen alt ist und eigentlich deinem Vater gehört

  • Wenn du um vier nüchtern und ernüchtert nach Hause kommst, den Schlüssel ins Schloss steckst und vergeblich versuchst ihn umzudrehen, weil entgegen der Absprache einer von innen steckt, ist der Abend endgültig im …

  • Das Gute daran eine Kontrollfreakgastmutter zu haben, ist, dass sie, wenn sie nachts um fünf aufwacht nicht denkt „Och schön, ich kann noch 4 Stunden schlafen.“ und sich wieder rumdreht

  • Nein, sie denkt: „Oh Gio ist da, ich hab ihn gestern gar nicht mehr gehört. Weiß er, dass Anja ausgegangen ist? Ja klar, er hat ja gesehen, dass ihre Schuhe nicht da sind. Nein sie hat ja die Anderen angezogen…VERDAMMT! DIE TÜR!“

  • Da du nie weißt, wann sie wach wird, ist es ratsam, immer ein gutes Buch dabeizuhaben (oder einfach seine Schuhe wegzustellen)

Sonntag, 15.09.2009

  • Wenn du um fünf ins Bett gekommen bist, bist du der katholischen Kirche für die kommunionsbedingte Gottesdienstpflicht geradezu dankbar

  • Italienische Küche hin oder her: frischer Tintenfisch ist eklig und es ist völlig egal ob man ihn in den Sugo tut oder Auberginen oder Hackfleisch oder Zucchini, es schmeckt immer nur nach Sugo, also warum erst der Stress mit dem Tintenfisch?

  • Wie, der soll auch noch in den Salat?

  • Und plötzlich ist der Käse erst das zweite was du aus dem Salat heraus isst, damit er dir hinterher besser schmeckt

Montag, 16.11.2009

  • Nur weil seine Mutter ihm das letzte Mal die Hölle heiß gemacht hat, heißt das nicht, dass dich ein Sechsjähriger, der seinen Willen nicht bekommt, nicht noch einmal beißt

  • Manchmal tut es richtig gut, unerbittlich zu sein

  • In einer Klasse mit 5 Schülerinnen kannst du dich nicht klein machen und unauffllig wirken

  • Es müssen eh alle vorlesen

  • Und dann sitzt du, wie damals vor Mathe, im Park neben der Schule und machst schnell vier Seiten Hausaufgaben, kommst fünf Minuten zu spät und schiebst es auf den Verkehr

  • Wenn dein Bus ohne ersichtlichen Grund 20 Minuten in der Innenstadt stehen bleibt, dann heißt das Welthungergipfel

  • Ja, auch Weltretter lassen sich lieber in einer weißen Strechlimo und mit 15-gefährtiger Polizeieskorte durch die eigens für sie abgesperrte Innenstadt kutschieren, anstatt die Metro zu nehmen

  • Wenn dich Nonna Maria fragt, ob du Angst hättest mit ihr zum Training der Jungs zu fahren, schüttel einfach mit dem Kopf und krall dich unauffällig im Sitz fest

  • Auf einer römischen Stadtautobahn sind 40 km/h schlechter zu ertragen als 180

  • Selbst nach 5 km und mehreren Kreuzungen auf denen sie geradeaus gefahren ist, darfst du eine 76jährige nicht darauf hinweisen, dass sie den Blinker nicht ausgemacht hat

Dienstag, 17.11.2009

  • Bei 22°C wirkt die ganze Weihnachtsdeko irgendwie fehl am Platz

  • Wenn die Oma dich gefragt hat, ob die Kinder nach der Schule nicht zur obligatorischen Zwischenmahlzeit zu ihr kommen wollen, reicht es nicht aus, das Gio mitzuteilen, wenn er in seiner Mittagspause zum joggen nach Hause kommt

  • Denn (O-Ton Marina):“Natürlich vergisst er es, er ist ein Mann!“

  • Nur weil dir deine Gastmutter morgens erklärt hat, was du Abends kochen und was du ihr davon übrig lassen sollst, weil sie zu zwei verschiedenen Ärztekongressen muss, heißt das nicht, dass sie den zweiten nicht einfach ausfallen lässt

  • Natürlich findet sie deine, vorsichtshalber für diesen Fall dagelassene Nachricht, wo du mit den Kindern bist, erst nachdem sie panisch die halbe Stadt abtelefoniert und schließlich die Oma zusammengeschrien hat

Was ich heute in Rom gelernt habe Teil 22

Freitag, 13. November 2009 von Anja

Montag, 09.11.2009

  • Aus „Ich muss dann jetzt auch los…“ wird ganz schnell „Ja klar, lass uns noch n Kaffee trinken und danach shoppen gehen.“

  • Auch wenn du normalerweise nur Angestellte bist, wenn es ums Mittagessen geht, bist du Familienmitglied

  • Und ich dachte, den Satz „Wozu hast du eigentlich ein Handy?“ habe ich in Berlin gelassen

  • Manchmal reicht es, aus Berlin zu sein, um eine allgemein anerkannte Heldin zu sein

  • Um große Feste mitzuerleben, musst du nicht dabeigewesen sein, es reicht auch, danach mit den Dabeigewesenen U-Bahn zu fahren

  • Die Wahrscheinlichkeit, dass der Typ neben dir, dem du gerade ein attraktives Äußeres zugesprochen hast, deutsch spricht, ist angesichts des Mauerfallfestes stark erhöht

  • Entgegen aller Erwartung senken zwei 19jährige den Altersdurchschnitt in einem römischen Jazzclub nicht beträchtlich

  • Nein die Musiker sind keine Bekannten von mir, ich bin noch nicht dazu gekommen, mich allen Berlinern persönlich vorzustellen. Wobei…der Gitarrist wohnt an der Warschauer Straße.“

  • Die letzte U-Bahn fährt um zwölf.“ heißt, dass sie um zwölf an der Endstation ankommt, wenn man also das Konzert um dreiviertel zwölf vorzeitig verlässt, um sie noch zu bekommen, weicht man letztendlich doch auf den Nachtbus aus

Dienstag, 10.11.2009

  • Nachtbusse führen zu starker Übermüdung

  • Dienstags kann man den Wecker getrost ausschalten, Punkt sieben klingelt dich Gina eh wach

  • Ja natürlich helf ich dir beim Betten beziehen, Kinderzimmer aufräumen, Herd schrubben…was? Neeeein, ich bin nicht müde.“

  • Ca. die Hälfte aller Römer ist der festen Überzeugung, dass der Mauerfall das alleinige Verdienst von Papst Johannes Paul II ist

  • Es ist zwecklos irgendwas von Leipzig, evangelischer Kirche, friedlicher Revolution und Günther Schabowski zu erzählen, es war der Papst, basta!

  • Seit der ersten Klasse hat sich nichts geändert: Beim Verstecken, bin ich immer die, die zuletzt gefunden wird und immer die letzte die an der verdammten Wand anschlägt

  • Ja, mich überholen auch sechsjährige

  • Man kann sich auch bei „Blinde Kuh“ spontan prügeln

  • Steh Geh“ ist zu dritt irgendwie blöd

Mittwoch, 11.11.2009

  • Oh Gott ich hab verschlafen…Ich mach mir nur schnell einen Caffè, dann muss ich zur Schule…was? Ja klar, ich mach schnell die Betten…ja und ich bereite das Frühstück für die Jungs vor…Muss los. Ja, du kannst meinen Caffè haben!“

  • Das plötzliche Fehlen des Verkehrs ermöglicht dir doch noch ein super Frühstück für 1,40€

  • Ich liebe Bars!!!

  • Nach dem dritten Mal freut man sich nicht mehr über Hausaufgaben

  • Die Antwort auf die Frage „Was machen wir uns zum Mittag? Pasta oder diese Dosengetridesuppe?“ ist von vornherein klar

  • Egal was Großmütter in Einmachgläser füllen und einem mitgeben, sei es Marmelade oder Sugo, es ist immer das beste der Welt

  • Fantastisch: Es ist der 11.11. und auf keinem einzigen öffentlich-rechtlichen Sender läuft Karnevalschunkelkram

Donnerstag, 12.11.2009

  • Es ist ratsam, sich die Erledigung seiner Haushaltspflichten auf den Beginn der Mittagspause seines Gastvaters zu legen

  • Wenn er nach Hause kommt und nur sieht, wie du mit Keksen im Mund die David Letterman Show guckst, ist es egal, dass sein Salat schon fertig im Kühlschrank steht, die Wäsche abgenommen ist und beide Kinderzimmer aufgeräumt sind

  • Es ist ein gutes Zeichen, wenn deine Gastfamilie wochenlang glaubte, dass du regelmäßig in deinem Zimmer Selbstgespräche führst, dich aber nicht für verrückt hält

  • Jetzt ist Skype auch in diesem Haushalt bekannt

Freitag, 13.11.2009

  • Es erfordert sehr viel Selbstdisziplin, einen kleinen Jungen unauffällig dazu zu zwingen, sich sofort zu seiner Oma zu setzen und sich mit ihr zu unterhalten, anstatt Scooby Doo zu gucken

  • Schließlich war das die tolle Folge, die mit dem Tiefseemonster, das eigentlich ein verkleideter Verbrecher ist

  • Achso, stimmt, eigentlich gibt es in JEDER Scooby Doo Folge ein Monster, das eigentlich nur ein verkleideter Verbrecher ist

  • Ich guck für dich weiter, während du deine gelangweilte Oma bei Laune hältst und erzähl dir dann was passiert ist.“ ist kein guter Trost

  • Warum bin ich die einzige in dieser Familie die die Titelmelodie von Goofy&Max mitsingen kann?

  • Und zwar auf deutsch UND italienisch

Warum ich heute dankbar bin

Montag, 09. November 2009 von Anja

Als ich heute morgen im Bus stand, stieg eine Schwangere ein. Nicht hochschwanger, aber sichtbar genug, dass man ihr trotz des Gedränges sofort einen Platz anbot.

Als ich sie sah, wurde mir erstmals bewusst, dass ich im Alter ihres Kindes, also ca. fünf Monate vor meiner Geburt, eine zukünftige DDR-Bürgerin war.

Als meine Eltern von meiner Existenz erfuhren, war keines der zukünftigen Geschehnisse voraussehbar. Wie haben sie sich meine Zukunft erträumt? Alle werdenden Eltern denken doch darüber nach, was und wie ihr Kind einmal wird. Was dachten sie im Juni 1989?

Was wäre aus mir geworden, wäre vor 20 Jahren nicht ein Wunder geschehen? Wäre ich brave FDJlerin? Wäre ich aufsässig gewesen? Hätte ich mir das überhaupt leisten können? Ich weiß nicht einmal ob ich für mich einen Grund gesehen hätte, aufsässig zu sein. Schließlich hätte ich mir in diesem System auch bequem mein Nest bauen, und mein Leben ohne große Vorkommnisse führen können. Immer vorausgesetzt, es hätte überhaupt keine Revolution gegeben.

Was wäre, wenn sie gescheitert wäre? Wenn es damals zu Gewalt gekommen wäre? Die Situation in einem quasi abgeschlossenen Staat sich so zugespitzt hätte, dass Vertrauen unmöglich geworden wäre? Und mit welchen außenpolitischen Folgen? In diesem Land hätte von einem bequemen Nest keine Rede sein können.

Bei allem „Was wäre?“ weiß ich immerhin was nicht wäre: Ich wäre noch nie in Kreuzberg gewesen. Ich hätte noch nie Pistazien gegessen. Mein Abitur wäre mir als Akademikerkind nicht sicher, zudem wäre meine Schule gar nicht erst gegründet worden. Ich dürfte jetzt kein Jahr in diesem wunderschönen kapitalistischen Ausland verbringen. Sollte ich stattdessen unwahrscheinlicherweise tatsächlich studieren dürfen, wäre meine persönlichen Studienfachauswahlmöglichkeiten vermutlich deutlich eingegrenzter. Und vor allem würden mir einige gute Freunde dank ihrer „Wessi-Eltern“ fehlen.

Beinahe hätte ich den Jahrestag verpasst, hätten mich die Morgennachrichten nicht mit einem Sonderbeitrag daran erinnert.

Berlins jüngste Geschichte scheint mir hier viel präsenter, als am Ort des Geschehens selbst. Stelle ich mich hier vor, erzähle, ich sei aus Berlin, kommt sofort die Gegenfrage „Ost oder West?“. Dann wiederhole ich, dass ich 19 sei, also nach dem Mauerfall geboren und somit einer Generation zugehörig, für die das keine Rolle mehr spiele.

Und dann lächle ich.

Was ich heute in Rom gelernt habe Teil 21

Montag, 09. November 2009 von Anja

Mittwoch, 04.11.2009

  • Das man eine viertel Stunde früher als sonst losfährt, heißt nicht, dass man nicht eine viertel Stunde später als sonst ankommen kann

  • Für eine Italienischlehrerin ist es blöd, wenn in ihrem Kurs nur Deutschmuttersprachler sitzen, die sich antürlich nicht auf Italienisch unterhalten

  • Da regst du dich jahrelang über die Franzosen auf, mit ihrem avoir und être, stöhnst dann, weil die Italiener die Vergangenheit genauso bilden und du dir wieder die essere-Verben merken muss – und dann fällt dir nach Jahren plötzlich zum ersten Mal auf, dass das Deutsche ganz genauso funktioniert, nur komplizierter

  • Auch auf schmalen, viel benutzten Bürgersteigen kann man wunderbar stundenlang im Weg stehen und sich unterhalten

  • Hier wird sogar noch mit 95 offensiv gelirtet

  • Hier tragen 95 jährige zum Gehstock aber auch braune Netzstrümpfe, feuerroten Dior-Lippenstift und einen sehr großen Hauch Chanel N° 5

  • Es ist nicht notwendig, zu warten bis deine Ampel grün wird, es reicht, wenn die deines Gegners gerade auf gelb springt

  • Dumm nur, wenn darauf die ebenso allgemeine Regel trifft, dass man erst anhalten muss, wenn wirklich rot ist

Donnerstag, 05.11.2009

  • Und plötzlich trinkst du seit zwei Monaten puren Espresso

  • Wenn die Zeit weiter so rennt, bin ich übermorgen schon wieder in Berlin und schmeiße nächste Woche das dritte Studium, weil ich nicht genug Bedenkzeit bei der Fächerwahl hatte

  • Du hörst auf, dir an den Kopf zu fassen, weil das pseudokranke Kind schon wieder zu Hause bleibt, wenn es plötzlich grünen Durchfall hat

  • Und ich habe mir noch geschworen NIEMALS anderen über Kinderexkremente zu erzählen

  • Da muss das Kind erst krank werden, damit du Kartoffelbrei selbst machen darfst (aus Kartoffeln, nicht aus Tüte)

  • Was wirklich? Der schmeckt euch besser? Na das hätte ich ja jetzt nicht erwartet.“

  • Wenn ich mir noch einmal von Caillou und seiner Supermutti vorsingen lassen muss, was für tolle Kinderlieder es gibt, werf ich die Pastaschüssel in den Fernseher

Freitag, 06.11.2009

  • Saft ist Luxus

  • Apfelsaft ist hier fast so geläufig, wie Sternfruchtsaft

  • Es gibt Dinge, die kann man sich nicht vorstellen. Beispielsweise, dass es Menschen gibt, die mit 42 Jahren den ersten Schluck Apfelsaft ihres Lebens trinken

  • Küchenrolle ist hier ein allgemein akzeptierter Ersatz für Taschentücher

  • Es verdirbt den Appetit, mit anzusehen, wie eine Fritteuse gereinigt wird

  • Kleine Jungen verstehen den Zusammenhang zwischen Keksen und Bauchschmerzen, und den daraus resultierenden Keksverbot nicht

  • Ich auch nicht, sag ich aber nicht laut

Samstag, 07.11.2009

  • Wer mir sagt :“Morgen darfst du schlafen, solang du willst.“, sollte damit rechnen, dass ich frühstens zu den Mittagsvorbereitungen in der Küche stehe

  • Kleine Jungen, die beim Einkaufsbummel nur eine neue Jacke für 170€ aber keine neuen Pokemon-Karten bekommen haben, verarbeiten ihren Ärger darüber, indem sie sich eine halbe Stunde lang schreiend und schluchzend unter dem Esstisch verbarrikadieren

  • Noch kleinere Jungen, die praktischerweise die alte Jacke ihres Bruders auftragen, sehen ziemlich bescheuert aus, wenn diese ihnen bis zu den Knien geht

  • Nein, dann spielt auch der Preis keine Rolle

Sonntag, 08.11.2009

  • Meine Gedanken bei der Ankündigung „Nach dem Gottesdienst, holen wir dich hier gegen halb zwölf ab und fahren zu meinen Eltern zum Mittag.“: „Super, ausschlafen, in aller Ruhe duschen und Haare waschen und dann leckeres Essen.“

  • Meine Gedanken als es halb zwölf an meine Tür klopft und ich aus dem Schlaf schrecke: „Scheiße!“

  • Wir fahren zu meinen Eltern zum Mittag.“ heißt „Wir kommen um zwölf an, essen zwei Stunden lang, danach läuft der Fernseher, manchmal gucken wir hin, meistens nicht, weil wir uns unterhalten, streiten, auf der Couch einschlafen. Um halb sieben fahren wir wieder nach Hause und wärmen uns die mitgegebenen Reste als Abendbrot auf.“

  • Kinder, die auf deinem Schoß einschlafen, sind gut für dein Image

  • Kinder, die nach dem Abendessen nicht mehr Computer spielen dürfen, sind noch schlimmer, als Kinder, die keine neuen Pokemon-Karten bekommen haben.

Was ich heute in Rom gelernt habe Teil 20

Mittwoch, 04. November 2009 von Anja

Mittwoch, 28.10.2009

  • Wenn du in eine Tabaccheria gehst um eine Briefmarke zu kaufen und der Mann hinterm Tresen plötzlich ein altes, ledernes Briefmarkensammelalbum rausholt, dann muss er was falsch verstaden haben

  • Hat er doch nicht, ist hier so, mit den Alben

  • Lieber erträgt man 5 Minuten das schrille Warnfiepen, als sich einfach mal anzuschnallen

  • Es ist natürlich meine Nationalität, nicht meine Erziehung, die mich dazu bringt, mich direkt nach dem Einsteigen anzuschnallen

Donnerstag, 29.10.2009

  • Es ist schon skurril, wenn dich dein Gastvater, der sich zum Mittag gerade einen Apfel schält, besorgt fragt, ob dir denn eine Orange nicht zu wenig sei, schließlich sei noch Pizza und Fleisch von gestern da

  • Da behauptest du eben noch heroisch, überhaupt kein Heimweh zu haben und im nächsten Moment sitzt du heulend vor dem Fernseher, nur weil 35000 Leute und die Frauenfußballnationalmannschaft die deutsche Nationalhymne singen

  • So erfüllst du Gios Ansprüche an ein perfektes Au Pair: Wenn er mit den Kindern vom Training kommt, ist das Essen im Ofen, der Tisch gedeckt und du sitzt Socken stopfend und fluchend am Tisch und guckst Fußball

  • Details die dann doch stören: Es ist Frauenfußball, er versteht die Kommentatoren nicht und es sind meine Socken

Freitag, 30.10.2009

  • Die Anwesenheit von Routine bemerkst du erst, wenn bei deinem Frühstück plötzlich ein kleiner Junge neben dir steht, der eigentlich noch eine halbe Stunde hätte schlafen können, nach Kakao schreit und du erstmal eine halbe Minute brauchst, dich zu sammeln und das zu begreifen

  • Wenn du Wasserflaschen problemlos ohne Hilfsmittel aufbekommst, bist du automatisch das Kraftpaket im Haushalt

  • Auch Kraftpakete bekommen einen Krampf in der Hand, wenn sie über eine halbe Stunde lang einen riesigen Kürbis aushöhlen müssen

  • Wieso muss das Kürbisrisotto IM Kürbis serviert werden? Wozu hat der Mensch Schüsseln erfunden?

  • Nur weil du HähnchenbrustFILETS gekauft hast, heißt das noch lange nicht, dass da keine Knochen drin sind

Samstag, 31.10.2009

  • Nichts kann einem den Geburtstag mehr versauen, als eine Ehefrau, die der ganzen Familie beweisen muss, wie toll sie doch trotz Vollzeitjob als solche ist

  • Klar steh ich samstags gerne um halb acht auf, um die Antipasti fürs Abendessen vorzubereiten

  • Wenn man dir sagt „Schneid die Mortadella in Würfel.“ solltest du zwischenzeitlich deinen Kopf benutzen, und überlegen ob ein halbes Kilo Mortadellawürfel wirklich gebraucht wird, oder auch die Hälfte reicht

  • Je länger man es nicht mehr getan hat, desto schwerer wird das selber denken

  • Das neue Au Pair muss man nicht begrüßen, in einem Jahr kommt eh die nächste und bis dahin sieht man sie als Verwandtschaft ja nur ein, zwei mal

  • Wenn du auf deinem Bett sitzt und dich nicht so weit vorbeugen kannst, dass du dein Notebook vom Boden aufheben kannst, dann war der Nachtisch wirklich zu viel

  • Ich leg mich ja nur schnell auf mein Bett um ein bisschen zu lesen und kurz meine Ruhe von dem Trubel zu haben, ist ja erst um zehn und die Gäste sind laut, da werd ich ja nicht gleich einschla…Wieso ist es stockduster? Und so leise? Wie, es ist halb drei?“

Sonntag, 01.11.2009

  • Sonntag ist der einzige Tag der Woche an dem du ungehindert krank sein darfst

  • Was verschreibt die Ärztin in der Familie dem Au Pair bei Fieber? Tee, Kekse und ne Hand voll Aspirin

  • Kinder begreifen den Zusammenhang zwischen „konsequent die Hand nicht vor den Mund halten beim Lunge aus dem Leib husten“ und „Au Pair krank“ nicht

  • Wenn du beim abendbrotlichen Zappen bei „Stirb langsam“ laut „Stop!“ schreist, steigst du zumindest in der Gunst des Vaters

  • Wenn ein Ragazzo verzweifelt das Au Pair sucht , dass bis Juni hier war (also ihr, jetzt mein Handy, mit SMS und Anrufen überhäuft) und du ihm mitfühlend erklärst, dass sie seit Juni wieder in Frankreich ist, gibt es für ihn nur eine folgerichtige Lösung: „Achso, und du bist die Neue? Wie heißt du? Wie alt bist du? Lass uns mal was trinken gehen!“

Montag, 02.11.2009

  • Sich krank aus dem Bett zu hieven, nur um zu testen, ob man den Sprachkurs auch um neun, trotz Berufsverkehr und Kinder zur Schule bringen, schaffen würde, macht es unmöglich unvoreingenommen in den Tag zu gehen

  • Das Schöne an der plötzlichen Kälte ist, dass jetzt wieder die Zeit der Gentlemen in Wollmänteln losgeht

  • Wenn du einem dieser Gentlemen, Typ Bankdirektor, im Bus über die Schulter schaust, in der aussichtslosen Hoffnung herauszufinden, was für ein Buch er liest (in Erwartung „Obamas Gedanken zur Krise“ o.ä. zu sehen) und dann die Namen Fred, George und Hermione iest, relativiert das vieles

  • Wenn man lange genug sucht, findet man die Neon auch in Rom

  • Wenn sich ein Römer fünf Minuten mit dir auf der Straße unterhalten hat und am Ende noch deinen Namen weiß, hat er sich selbsteinschätzend einen Kuss verdient

  • Wenn du ne verklemmte, erkältete Deutsche bist, kommst du notfalls auch mit nem Bussi davon

  • Du kannst noch so lange in der Frühwintersonne am Tiber entlangspazieren, es bleibt eine grüne, stehende Brühe

  • Training heißt drei weitere Stunden in denen du ungestört krank sein darfst

  • Es sei denn, der Kleine hat keine Lust aufs Training und erfindet ganz, ganz schlimme Bauchschmerzen

  • Wieso wundert es nur mich, dass ein sechsjähriger, der um elf ins Bett geht, nach der Schule auf die Couch fällt und schläft und danach keine Bauchschmerzen mehr hat?

  • Und warum muss er dann am nächsten Tag zu Hause bleiben zum auskurieren?

Dienstag, 03.11.2009

  • Die Gentlemen in Wollmänteln bringen ihre Kinder nur montags zur Schule, dienstags sind die Großväter in schlammfarbenen 90er-Jacken dran

  • Natürlich ruft die besorgte Mama genau in dem Moment an, in dem der Kakao leer getrunken ist, um dir noch zu sagen, dass das bauchwehkranke Kind alles essen darf außer jegliche Milchprodukte

  • Es bringt nichts, einem Sechsjährigen zu sagen, er solle seiner Mutter nichts von dem Kakao erzählen

  • Viel schlimmer. „Maaaamaaaaa, ich hab eben warme Milch mit Nesquik getrunken!“ wird das erste sein, was er ihr begeistert erzählen wird

  • Wenn du deinen Kopf auf die Tischplatte haust, kann man das am anderen Ende des Telefons hören

  • Fernseher schaffen Freizeit und dumme Kinder. Jetzt musst du dir nur noch über deine Prioritäten klar werden

  • Es ist gar nicht soooo schwer, ein Kind sechs Stunden am Stück zu bespaßen

  • Aber ermüdend!

  • Kinder haben kein Verständnis dafür, dass du angeschlagen und abgearbeitet und müde bist

  • Wenn sie das merken, prügeln sie sich erst recht und rennen noch lauter kreischend durch die Wohnung

  • Wenn sich der spontane Besuch für halb sieben angemeldet hat, macht es keinen Sinn pünktlich in einer aufgeräumten Wohnung, mit gestriegelten und braven Kindern zu warten

  • Wenn sie dann um halb acht ankommen, ist eh alles wieder im Chaos versunken

Was ich heute in Rom gelernt habe Teil 19

Mittwoch, 28. Oktober 2009 von Anja

Mittwoch, 21.10.2009

  • Beschlagene Spiegel verhindern, dass du siehst, was das Haarewaschen mit deinem Lidstrich angestellt hat

  • Es ist natürlich unnötig, dem Au Pair morgens Bescheid zu sagen, dass man mittags kurz mit seinem heißen Azubi vorbeikommt um was abzuholen, schließlich sieht sie immer so aus, als erwarte sie Besuch

  • Und plötzlich macht es Sinn, dass ich mir geschworen habe, das Bad, selbst wenn ich allein bin, nie ohne Handtuch zu verlassen

  • Ach du scheiße!“ kann man drehen und wenden wie man will…es wird einfach kein Kompliment daraus

  • Das Pflaster an deinem Finger kommt auf gar keinen Fall daher, dass du dich beim Kochen verbrannt oder geschnitten hast.

  • Gute Hausfrauen verletzen sich nur außerhalb der Küche

  • Um zu merken, wie vieles uns selbstverständlich erscheint, muss man nicht nach Bangladesh gehen

  • Es reicht auch, wenn sich die komischen Dinger am Tiefkühlsuppenhuhn als Federn entpuppen

  • Ein Huhn zu rupfen, ist gar nicht so schwer, wenn es erst einmal aufgetaut ist

Donnerstag, 22.10.2009

  • Wenn deine Schicht in der Notaufnahme um acht endet, dein Nachfolger aber zu spät kommt, übernimmst du natürlich auch noch die komplizierte fünfstündige Not-OP um halb neun

  • Wenn du die Not-OP übernehmen musst und nicht mehr zum Einkaufen kommst, gibt es ja Krankenschwestern die dem Au Pair eine Einkaufsliste diktieren können

  • Im Mittagsverkehr mit dem Bus einkaufen zu fahren, ist keine erstrebenswerte Erfahrung

  • Ein „römischer Scheißtag“ bedeutet, dass es regnet und Lazio ein wichtiges Spiel hat

  • Daraus folgt, dass wirklich jeder mit dem Auto unterwegs ist (wer keins hat, mietet sich eins) und die Chance auf einen Parkplatz am Olympiastadion der gleicht, den Papst beim Einkaufen im Bus zu treffen

  • Wenn du weißt, dass das riesige Ding neben der Schwimmhalle Roms Olympiastadion ist, ergibt einiges mehr Sinn

  • Es ist ein total umweltfreundlicher Plan, zwei Stunden lang immer wieder um den Block zu fahren, bis das Training vorbei ist, während sich das Au Pair drinnen um die Kinder kümmert

  • Wenn genau bei deiner Ankunft genau vorm Eingang ein Parkplatz frei wird, siehst du vor deinem inneren Auge resigniert deinen freien Nachmittag vorbeiziehen

Freitag, 23.10.2009

  • Man kann sich unglaublich diszipliniert fühlen, wenn man das einem angebotene Eis dankend ablehnt

  • Matteo, das Waldfruchteis hat dir doch letztes Mal gar nicht geschmeckt.“ „Ich will das aber haben, das ist lecker!“

  • Als Hausschwein bringt es deiner Figur gar nichts, dein Eis abzulehnen. Schließlich bestellt Matteo immer wieder Waldfrucht…

  • Wenn Waldfruchteis mit Beerenstückchen mit geschlossenen Augen eindeutig nach Schokoladeneis schmeckt, sollte man misstrauisch werden

  • Warum merkt eigentlich niemand, dass Schokoladeneis nicht das geringste mit Schokolade zu tun hat? Das schmeckt vielleicht nach rohem Kakao, aber nicht nach Schokolade nach Milkadefinition

  • Es ist gut für dein Ansehen, wenn du es schaffst, den Bruderkampf für 5 Minuten zu beenden, Matteos Tränen zu trocknen, Simone zu beruhigen, beide in ein gemeinsames Spiel im Kinderzimmer zu verwickeln und sie dann in genau dem Moment zum Lachen zu bringen, in dem die Tür aufgeht, und ihre Eltern von der Elternversammlung kommen

  • Ich sollte Marina und Giovanni mit einem Peilsender ausstatten

  • Ob es ihnen auffällt, wenn ihr neues Handy so ein Erstklässlerüberwachungsding ist? (Für Juditha: „Hey Marina, Giovanni, look, this is your new Notfallhandy“)

  • Das war der zweite Insider in sieben Wochen. Italien ist ein Insiderarmes Land…

Samstag, 24.10.2009

  • Wenn du geweckt wirst, weil es klingelt und Marina der Gegensprechanlage sagt: „Ja, das ist sie… Ja, sie holt es gleich ab.“, dann weißt du: Dein Paket ist da

  • Ich kann unmöglich diszipliniert sein, wenn ich weiß, dass in meiner Schublade drei Tafeln leckere, weiße Aldischokolade liegen

  • Gott, ist die gut. Danke Aldi!

  • Verdammt, die 120 kg rücken näher

  • Liebe Zeit, vielen Dank für das „Was soll ich studieren“-Special. Die Zahl meiner imaginären Lebensläufe hat sich innerhalb von 20 Seiten vervierfacht

  • Wenn man Matteo mit Computerspielen ruhig stellen will, erreicht man nur, dass er alle zwei Minuten kräht, damit alle sehen, was er jetzt wieder tolles gemacht hat

  • Kinder interessiert es nicht, ob man Zeitung liest, während man sich mit ihnen beschäftigt, solange man alle zwei Minuten kurz über den Rand schaut und „Oooh, bravissimo!“ ruft

  • Jetzt wundert es mich nicht mehr, dass man in Italien ohne Fremdsprachenkenntnisse Medizin studieren kann – schließlich kann man in Deutschland tatsächlich ohne Fremdsprachenkenntnisse Außenminister werden

  • Und ich kann nicht mal sagen, ich bleib die nächsten vier Jahre hier, weil die Politik hier so viel besser läuft

Sonntag, 25.10.2009

  • 20 Minuten reichen nicht zum Aufstehen, duschen, wach aussehend machen und frühstücken

  • Wenn der Bus Sonntagmorgens alle 30 Minuten fährt, und er nach 29 Minuten warten endlich kommt, will man sich ganz dringend in den Arsch beißen

  • McDonalds Kaffee ist hier noch viel schlimmer

  • Das man seine Kamera vergessen hat, merkt man spätestens, wenn man nach 2 Stunden im gemieteten Bus in Umbrien wieder aufwacht und die Morgensonne über die Weinberge scheint

  • Ich bin das einzige Au Pair hier, dass Kunstkursexkursionen vermisst hat

  • Aber verdammt, die Geschichte des Doms von Orvieto ist echt interessant und die Gestaltung noch mehr

  • Ja es ist ein Touristennest, die totale Abzocke und nach zwei Straßen kann man keinen Keramikladen mehr sehen, aber an einem warmen Herbsttag ist Orvieto wirklich wunderschön

  • WIE KANN MAN NUR SO BLÖD SEIN SEINE KAMERA ZU VERGESSEN!!!

  • Wenn du mit einer Österreicherin, zwei Französinnen, einer Ukrainerin und einer Spanierin in einer Hinterhofkneipe Mittag essen gehst, dann freuen sich die Einheimischen sehr, dass Italienisch eure einzige gemeinsame Sprache ist

  • Ich weiß, dass meine Grammatik grottenschlecht ist, da muss mich der Koch nicht erst auslachen

  • Wenn du für sechsmal jeweils sechs Ravioli mit Kartoffelfüllung, zwei Gläser Wasser und einen Caffè eine Rechnung über 97,50 € bekommst, dann kann irgendwas nicht stimmen

  • Ja, natürlich fällt das nur der pedantischen, deutschen Mathe-LKlerin auf -.-

  • Warum darf eine demente, alte Frau doch gleich nochmal die Rechnungen von Hand aufstellen?

  • Spätestens in Bagnoregio habe auch ich keine Lust mehr auf einen Schulausflug

  • Um mir 5 Minuten eine Etruskerfestung anzusehen (enger Zeitplan+Verspätung) renne ich eine Stunde durch ein richtig steiles Gebirge?

  • Ach ja, richtig, Disziplin beinhaltet auch Bewegung

  • Es ist nicht so leicht, deinem Gastvater zu erklären, dass er beim Abendbrot nicht umschalten muss, und du Wall E schon immer mal sehen wolltest

  • Kinder mögen Große, die Trickfilme mögen (stimmt’s Papa?)

  • Ha, der dritte Insider!

Montag, 26.10.2009

  • Wer hätte gedacht, dass ich mich auf meinen ersten Sprachschultag mal so freuen würde

  • Wenn dir die Dame da vorne erklärt was das Alphabet ist und welche davon die Vokale sind, fühlst du dich leicht verarscht

  • Unter Anfängerkurs hatte ich mir nicht Analphabetenkurs vorgstellt

  • Oh Kate, du bist zu spät und der Kurs ist schon voll? Du, kein Problem, du kannst meinen Platz haben. Nee, echt, kein Ding. Ich schau mir einfach die anderen Kurse mal an.“

  • Und plötzlich dankt man Rom für seinen Verkehr

  • Klar kann ich zwei Stunden auf meinen Einstufungstest warten

  • Na toll, jetzt bin ich Elementarstufe 1 und habe wieder keinen Sprachkurs

  • Ist nicht so super, wenn du von deinem Gastvater ausgelacht wirst, wenn du erzählst, dass du zu gut für deinen Kurs warst

  • Diesen römischen Dialekt kann doch keiner verstehen, sonst würde ich ja mit ihm reden…Ha! Hab ich’s ihm aber gegeben

Dienstag, 27.10.2009

  • Manchmal ist es hilfreich, beide Seiten eines Familienkonflikts zu kennen

  • Ein Glück ist Gina eine kleine Tratsche

  • Es macht tatsächlich einiges einfacher, wenn man beschließt seine Vorurteile über Bord zu werfen und positiv eingestellt zu Nonna Maria zu gehen

  • Und plötzlich ist man beim du und wird mit Küsschen Küsschen verabschiedet

  • Als Au Pair ist man außen stehend genug, um beide Seiten mögen zu dürfen

  • Zumindest, solange man es nicht allzu sehr raushängen lässt

  • Die „Glamour“ ist tatsächlich so einfach geschrieben, dass man damit wunderbar Zeitung lesen üben kann

  • Allerdings ist sie hier doppelt so dick, weil sie nicht nur zur Hälfte, sondern zu drei Vierteln aus Werbung besteht, bei der gleichen Anzahl Artikeln

  • Der schlimmste Moment der ganzen sieben Wochen bisher: Du lässt die Jungs kurz vorm Fernseher allein und gehst ins Bad, du kommst wieder raus, sie spielen mal wieder Krieg – und haben beide ein 30 cm Fleischmesser aus dem Messerblock in der Hand

  • Manchmal hilft nur noch brüllen

  • Aber immerhin weiß ich jetzt, wo die großen Messer sind

Was ich heute in Rom gelernt habe Teil 18

Dienstag, 20. Oktober 2009 von Anja

Sonntag, 18.10.2009

  • In der katholischsten Stadt der Welt hatte ich heute meinen ersten freien Sonntagvormittag durch kollektiven Familienkirchgang

  • Das aber auch nur, weil der Pfarrer bei Simones Kommunionsunterricht betont besorgt fragte, ob alles in Ordnung sei, er hätte seine Eltern so lange nicht mehr gesehen

  • Was gibt es besseres als Sonntagsmittagsessen mit Marinas Cousine + Familie? Sonntagsmittagessen ohne Marinas Cousine + Familie

  • Wenn sich ein entfernter Verwandter mal wieder blicken lässt, muss das Essen zwei Tage lang vorbereitet werden, um sich dann für das karge Mahl zu entschuldigen, schließlich habe man ja soviel zu tun gehabt, dass man kaum zum kochen gekommen sei

  • Angesichts von fünf Gängen wird durch dieses Gehabe der Wettkampf berufstätiger Frauen klar: „Mein Hut ist größer als deiner. Ich bekomme da drunter viel mehr vereint als du, ääätsch!“

  • Seinen garantiert freien Tag kann man schwer genießen, wenn 4 Kinder lautstark durch die Wohnung toben

  • Bei 7°C hat man aber keine Lust zum Lesen nach draußen zu gehen

  • Die Umgebungslautstärke entscheidet maßgeblich über den Schwierigkeitsgrad der Lektüre

Montag, 19.10.2009

  • Im morgendlichen Berufsverkehr reicht es nicht für eine Strecke die doppelte Zeit einzuplanen

  • Überraschung: Nachdem ich 4 Wochen strengstens für den Sprachkurs gespart habe, ist die Lehrerin erst einmal eine Woche krank

  • Zur Belohnung und aus Frust zu H&M zu gehen um das überschüssige Geld zu verplempern tut nur bis zur Umkleidekabine gut

  • Nie wieder Olivenöl! Und Pasta! Und Zucker! Und Weißmehl! Und Milch im Kaffee…na gut vielleicht einen Schuss Milch

  • Anwaltstermine fressen freie Au-Pair-Nachmittage

  • Im Zuschauerraum einer Schwimmhalle in der gerade nur Kinder und Jugendliche trainieren darfst du auf gar keinen Fall lesen

  • Es kommt nicht so gut an, auf die Frage, ob dich denn gar nicht interessiere wie deine Kleinen sich machen nur in gebrochenem Italienisch zu antworten

  • Ohne Scheiß: Am allerhärttesten in dieser WM-Schwimmhalle schuften die Synchronschwimmerinnen

  • Aber warum muss man durchs Wasser schweben und dabei ein Bein gerade in die Luft halten können?

  • Wenn zwei Jungs im Auto krähen, dass sie zum Abendbrot keine Pizza im Auto wollen sondern unbedingt zu Hause Fetuccini mit Sugo wollen, heißt das nicht das sie sie dann auch essen

  • Schließlich mochten sie Fetuccini ja noch nie…

Dienstag, 20.10.2009

  • Der Satz: „Ich bringe die Kinder morgen zur Schule.“ beinhaltet in Giovannis Fall nicht „Ich bereite ihr Frühstück vor, wecke sie, beaufsichtige sie beim Frühstücken und mache gleichzeitig die Betten, passe auf, dass sie sich wirklich waschen, ziehe sie an und kontrolliere ob sie heimlich Spielzeug in die Schule schmuggeln.“

  • Es kann zu Missverständnissen führen, wenn du auf die empörte Anschuldigung „Ihr Sohn hat heute meine Tochter geschlagen!“ antwortest: „Entschuldigen Sie, aber das ist unmöglich.“

  • Kriegsfilme führen bei Kindern echt zu Traumata

  • Das dadurch ausgelöste Verhalten führt langfristig vermutlich bei Au Pairs zu Traumata

  • Simone, wenn dir deine Mutter verbietet, „Troja“ zu gucken, wird sie dir „300“ garantiert nicht erlaubt haben.“

  • Es ist keine gute Idee, mir zu drohen, seinen kleinen Bruder zu verprügeln, wenn man nicht tun darf was man will, wenn man selbst keine 1,50 groß ist und knapp 35 kg wiegt

  • Der perfekte Kompromissprogramm zwischen Cartoons und Kriegsfilmen: Discovery Channel, Alligator jagt Antilope

Was ich heute in Rom gelernt habe Teil 17

Samstag, 17. Oktober 2009 von Anja

Dienstag, 13.10.2009

  • Scheißtage erkennt man schon in der ersten Stunde

  • Wenn du den Scheißtag erkennst, gibt es für dich nur eine sinnvolle Möglichkeit: Geh wieder in Bett

  • Hinterher ist man immer klüger

  • Originellste Ich-will-noch-nicht-aufstehen-Ausrede des Tages: „Aber meine Lehrerin hat gesagt, dass ich sie gestern so genervt habe, dass sie froh ist, wenn sie mich heute erst in der zweiten Stunde sehen muss.“

  • Sie wäre wohl wirklich froh gewesen

  • Kinder, die auf Mamas Befehl hin bei Oma nicht mehr Troja, Jurassic Park oder Der Soldat James Ryan gucken dürfen, zeigen darauf hin, was für tolle Kampfgeräusche und -gesten sie in diesen Filmen gelernt haben

  • Deutlicher: Sie ticken komplett aus, ärgern ihren Bruder, ihre Oma und ihr Au-Pair und machen Ölflecken auf seidene Sofabezüge

  • Nein, dass ich bei der Waffelstelle bei Shrek auf Italienisch plötzlich laut lache, heißt nicht, dass ich diese Sprache plötzlich total gut beherrsche, sondern nur, dass ich den Film ca. 100 mal gesehen habe

  • Auf die Einladung doch mal vormittags alleine zum Kaffee zu Nonna Maria zu kommen um ein wenig zu plaudern, sollte man nicht das erste sagen was einem einfällt.

  • Auch das höflichere „Nein, danke.“ ist äußerst unangebracht

  • Wenn du gerade dachtest, dass deine Schmerzgrenze in den letzen Woche erstaunlich verschoben hat, geht ein kriesfilmdegeneriertes Kind unerlaubterweise heimlich in dein Zimmer und holt die Troja-DVD aus deiner Handtasche in deinem Schrank

  • Das Dümmste was man tun kann, wenn man mir hier etwas verheimlichen will, ist flüstern

  • Super, dass die Jungs immer noch nicht gecheckt haben, dass ich sie auch nicht verstehe, wenn sie laut sprechen

Mittwoch, 14.10.2009

  • In einem Haushalt, in dem ALLES kontrolliert wird, ist es auch deine Schuld, wenn die Kinder etwas verschlampen und du nicht gesehen hast, wo

  • Meine neue Selbstdisziplin erreicht einen weiteren Höhepunkt: Ich war die ERSTE, die zum Au-Pair-Treffen im Restaurant aufgetaucht ist

  • Ja gut, der Agentur-Assistent hatte mir aus Versehen eine falsche Uhrzeit gegeben

  • Wenn man für ein Abendessen 20€ zahlt und dafür ein bisschen fritiertes (!) Gemüse , ein kaltes Stück Pizza Margarita und ein bisschen „Tiramisu“ aus Schlagsahne und Eierlikör bekommt, ist doch klar, dass sich jeder wenigstens eine Flasche des ebenfalls im Preis enthaltenen Hausweins gönnt

  • Oder auch zwei oder…

  • Je mehr ich trinke desto mehr Menschen in einer internationalen Runde halten mich für eine Britin

  • Nach sechs Gläsern Wein sogar ein Schotte

  • Actually I’m just here to improve my English

  • Mit Österreichern sollte man dringend Englisch reden, wenn man nicht nach jedem ihrer Sätze in ein kollektives, peinliches „Ich-hab-kein-Wort-verstanden-du-etwa-Schweigen“ verfallen will

  • Ist das schön, erst nach Hause zu kommen, wenn alle schon schlafen

  • Und wie schön wird es erst, nach Hause zu kommen, wenn alle NOCH schlafen

Donnerstag, 15.10.2009

  • Tipp-Ex-Flecken auf dunkelblauen Schuluniformen zur Tarnung mit Kuli zu übermalen ist eine ganz bescheuerte Idee und stellt das zum Reinigen selbiger verpflichtete Au-Pair vor ganz neue Herausforderungen

  • Du solltest immer wissen, Fans welcher Fußballmannschaft die Leute um dich herum sind

  • Ich lebe in einem AS Roma Haushalt

  • Das bedeutet: Totti ist natürlich kein hirnloses Arschloch sondern ein Fußballgott

  • Ich hatte nur gerade die Vokabeln ausversehen vertauscht

  • Man sollte Wohnungen probewohnen können, um sicher zu gehen, dass über seinem Schlafzimmer kein schwerhöriger Mann lebt, der sich jede Nacht um halb eins von seinem Fernseher zur Nachtschicht wecken lässt

  • Halb eins laufen auf Rai Uno, der Filmmusik nach, nur Schnulzen

Freitag, 16.10.2009

  • Serien und Filme die in Berlin spielen, sind perfekt gegen Heimweh, denn es gibt garantiert immer eine Lückenfüllereinstellung von der Elsenbrücke

  • Dank der ARD und „Türkisch für Anfänger“ kann ich jetzt regelmäßig fast mein Zimmer sehen und kenne sogar die neue Schule meiner Schwester in Innen- und Außenansicht

  • Naja…die drei „How I met your mother“ Staffeln hab ich durch, da brauchte ich eine neue Serie

  • Serien machen halt irgendwie viel mehr Spaß, wenn man sie hintereinander gucken kann, anstatt tagelang auf die neue Folge warten zu müssen um dann zu der Zeit einen Termin zu haben (oder es wie ich einfach zu vergessen)

  • Unglaublich, was man hier für Begeisterungsstürme auslösen kann, wenn man mit 19 weiß, wie man eine Béchamelsauce macht

  • Ich hätte nicht gedacht, dass es tatsächlich einen Unterschied macht, aber frische Lasagnescheiben schmecken viel besser als getrocknete

Samstag, 17.10.2009

  • Danke Klimawandel: Die Heizung geht erst im November an, aber es ist schon jetzt so kalt, dass man den Tag nur mit drei Decken im Bett verbringen kann

  • Wer seine Hausaufgaben am Schreibtisch machen muss, muss halt eine Mütze aufsetzen und zwei Bademäntel anziehen

  • Kriegsfilmdegenerierte Kinder verlieren zunehmend die Fähigkeit, die Konsequenzen ihrer Handlungen vorherzusehen

  • Zu deutsch: Matteo hat jetzt einen verstauchten Finger und eine riesige rote Beule auf der Stirn, weil Simone beschlossen hat, er sei „die Amerikaner“ und sein Bruder sei „die Deutschen“

  • Ohja, wir gehen Samstag auf jeden Fall alle zusammen feiern!“ heißt drei Tage später: vier sind krank (erkältet^^), fünf müssen arbeiten zwei melden sich nicht und Anja sitzt in ihrem Zimmer und ist Schokolade, Kekse und Chips durcheinander

  • Billige Schokolade scheint ein deutscher Luxus zu sein

  • Wenn du für eine Tafel weiße Schokolade den Mindestpreis von 1,50€ zahlst, dann wäre es toll wenn sie wenigstens genauso gut schmecken würde, wie die von Plus

  • Wer Oreos liebt, hat nur noch nicht Ringos probiert

  • Verdammt, Weight Watchers ist in Italien unbekannt

 

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